Wein hat in Österreich eine drei Jahrtausende alte Tradition. Das kleine Weinland bietet eine erstaunliche Vielfalt von Weinen und Weinstilen. In den letzten Jahren hat eine moderne, qualitätsorientierte junge Winzergeneration den österreichischen Wein neu in Szene gesetzt und zu internationaler Anerkennung gebracht. Besonders die Weißweine der österreichischen Topwinzer haben Weltklasseformat, aber auch die raren Rotweine sorgen bei internationalen Verkostungen immer wieder für Furore. Eine Spezialität sind die berühmten Süßweine vom Neusiedlersee.
Boden und Klima bieten in Österreich ideale Voraussetzungen für den Weinbau, wobei die verschiedenen Weinregionen von sehr unterschiedlichen Böden geprägt sind, wie Lehm, Löss, Mergel, Sandböden bis hin zu Schiefer, Kalk und Vulkanböden. Österreichs Weingebiete liegen in der gemäßigten Klimazone etwa auf dem 47. und 48. Breitengrad. 3/4 der Weinbaufläche sind mit Weißweinreben bestückt, der Anteil der Rotweinflächen nimmt jedoch kontinuierlich zu. 20 Weißwein- und 10 Rotweinsorten haben Bedeutung, wobei der Grüne Veltliner die wichtigste Weißweinsorte ist, bei den Rotweinen nehmen Zweigelt und Blaufränkisch die größten Flächen ein.
In Österreich gibt es 17 Weinbaugebiete:
Niederösterreich: Weinviertel, Wachau, Kremstal, Kamptal, Traisental, Wagram, Carnuntum, Thermenregion
Burgenland: Neusiedlersee, Neusiedlersee-Hügelland, Mittelburgenland, Südburgenland
Steiermark: Südsteiermark, Südoststeiermark, Weststeiermark
Wien
Bergland Österreich (Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Tirol, Vorarlberg)
Weinviertel
Das Weinviertel ist das größte Weinbaugebiet Österreichs. Auf Löss-, Lehm-, Urgestein- und Schwarzerdeböden dominieren die Sorten Grüner Veltliner, Welschriesling, Weißburgunder, Riesling und Zweigelt. Zu den Spezialitäten gehören Chardonnay und Blauer Portugieser.
Als 1. österreichisches Weinbaugebiet produzierte und vermarktete das Weinviertel im Jahr 2003 Weine unter der Bezeichnung DAC - Districtus Austriae Controllatus. DAC Weine sind österreichische Weine, die den festgesetzten Kriterien für regionaltypische Qualitätsweine mit Herkunftsprofilen entsprechen. Der erste DAC-Wein Österreichs war der Grüne Veltliner aus dem Weinviertel mit der typischen Charakteristik fruchtig, würzig und pfeffrig, hellgelber bis grüngelber Farbe und trockenem Ausbau. Der Alkoholgehalt beträgt 12,0 bis 12,5%.
Inzwischen sind auch andere Weinbaugebiete dem Vorbild des Weinviertels gefolgt und produzieren DAC-Weine wie z.B. das Traisental und das Mittelburgenland. Durch diese Klassifizierung ist es dem Konsumenten möglich, einen Weingeschmack einer bestimmten Region zuzuordnen.
Wachau
Auf den Terrassen der steilen Steinabhänge in der Wachau wachsen Weine mit unvergleichlichem Aromenspiel und großer Eleganz. Die vielen Kleinklimen der Wachau und die unterschiedliche geologische Zusammensetzung der Böden ermöglichen eine Vielfalt an geschmacklichen Nuancen der Weine. Hauptsorten sind Riesling und Grüner Veltliner.
1983 wurde der Gebietsschutzverband Vinea Wachau Nobilis Districtus gegründet. Er schuf drei Weinkategorien zur Klassifizierung der Wachauer Weine, die die einzigartigen klimatischen und geologischen Bedingungen der Wachau berücksichtigen. 1984 wurde die „Steinfeder" (leicht, spritzig) eingeführt, 1986 folgten die Kategorien „Federspiel" (elegant, mittelgewichtig) und „Smaragd" (hochreif, kraftvoll). Die Bezeichnungen sind markenrechtlich geschützt und dürfen nur von Mitgliedern der Vinea Wachau geführt werden.
Kremstal
Krems im Zentrum dieses Weinbaugebietes ist eine der ältesten Weinstädte Österreichs. Das Kremstal ist geprägt von Urgesteinsböden rund um die Stadt Krems und Lössböden auf denen Grüner Veltliner und Riesling angebaut werden. Eine Spezialität ist der Rote Veltliner.
Kamptal
Verwittertes Urgestein auf den Berglagen und Löss- und Lehmböden auf den Osthängen kommen dem Grünen Veltliner sehr entgegen, der neben dem Riesling die wichtigste Rebsorte im Kamptal ist. Sehr gute Weißburgunder und Chardonnays kommen aus dem Kamptal. Die Bedeutung von Rotweinen nimmt zu. Traisental
Das kleinste Weinbaugebiet Niederösterreichs. Hier finden Grüner Veltliner, Riesling und Burgundersorten ideale Voraussetzungen. Die Außergewöhnliche Vielfalt der Böden reicht von mächtigen Lössterrassen über mineralische Verwitterungs- bis hin zu einzigartigen Konglomeratlagen und ermöglichen es den Winzern, aromatische Terroirweine zu keltern.
Wagram
Als Folge eines eiszeitlichen Gletschers ist hier eine mächtige kilometerlange Geländestufe entstanden mit tiefgründigen Lössboden auf denen würzig-pfeffrige Grüne Veltliner und herzhafte Weißburgunder prächtig gedeihen. Charaktervoller Rote Veltliner und Rotweine (vorwiegend Zweigelt) ergänzen das Sortensprektrum.
Carnuntum
Das kleine Weinbaugebiet ist begünstigt durch kräftige Böden mit Sand, Lehm, Schotter und Löss, den Einfluss des Neusiedlersees und die kühlen Winde der Donauauen. Vor allem die jungen Winzer nutzen dieses Potenzial und bringen hervorragende Qualitäten hervor. Vor allem die Rotweinsorten Zweigelt und Blaufränkisch sind verantwortlich für die großen Erfolge.
Thermenregion
Bekannt durch die vielen exzellenten Buschenschänken, z.B. in Gumpoldskirchen. Die Region ist geprägt von steinigen und kargen, teilweise auch schweren, lehmigen Böden. Die Weingärten sind mit den Sorten Weißburgunder, Neuburger, Zierfandler und Rotgipfler bestockt. Ein Drittel der Fläche entfällt auf Rotweinsorten. Die alten, autochthonen Rebsorten Zierfandler und Rotgipfler werden heute als hochwertige Prädikatsweine ausgebaut. Hervorragende Qualitäten findet man auch bei Pinot Noir und St. Laurent. 
Neusiedlersee
Das heiße, trockene Klima am Neusiedlersee ist die beste Voraussetzung für hochwertige, kraftvolle Weiß- und Rotweine. Der Seewinkel weist ein Mikroklima auf, das Edelfäule begünstigt und so Süßweine von Weltklasse ermöglicht. Auf Löss, Lehm, Schwarzerde, Schotter und Sand werden vor allem rote Sorten, vorherrschend Zweigelt und Blaufränkisch gepflanzt. Welschriesling und Weißburgunder dominieren den Weißweinsektor. Die Aromasorten Muskat, Bouvier, Ottonel und Traminer finden sich in den besten Trockenbeerenauslesen wieder.
Neusiedlersee-Hügelland
Eine Region, in der sowohl Weiß- wie Rotwein und auch Süßweine beste Bedingungen vorfinden. Sauvignon Blanc, Chardonnay und Weißburgunder gelangen zu absoluter Spitze. Erstklassige Rotweinlagen auf steinigen Hängen und Süßweingebiete am Seeufer begünstigen diese Region. Nicht umsonst gibt es hier eine Reihe von namhaften Weinorten und Winzern. Eine Sonderstellung hat die Freistadt Rust wo der "Cercle Ruster Ausbruch" edelsüße Weine von Weltformat produziert.
Mittelburgenland
Tiefgründige, schwere Sand- und Lehmböden bilden das Fundament für charaktervolle, tanninbetonte Rotweine. Bevorzugt wird Blaufränkisch gepflanzt - das Mittelburgenland wird auch Blaufränkischland genannt. Bedeutung haben außerdem Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot.
Südburgenland
Im milden, pannonischen Klima mit intensiver Sonnenbestrahlung gedeihen vor allem Rotweinsorten. Besonders der Blaufränkisch erhält in den uralten Weingärten mit stark eisenhaltigem Grund eine spezielle Würze und Ausdruckskraft. Eine Spezialität ist der Uhudler, ein Roséwein, der aus Direktträger-Reben gekeltert wird. Südsteiermark
Die Südsteiermark ist eine Landschaft von ungewöhnlichem Reiz, mit steilen Hügeln und idyllisch gelegenen Gehöften, freundlichen Menschen, traditionellen Speisen und erfrischenden Weinen.
Die steirischen Klassiker wie frisch-fruchtige Welschrieslinge, feinduftige Muskateller, knackige Weißburgunder, rassige Sauvignons und edle Morillons (Chardonnays) erfreuen sich größter Beliebtheit. Die herausragende Qualität der hochreifen Weißweine mit individuellem Terroir-Charakter und Barrique-Ausbau werden international anerkannt und prämiert.
Eine Besonderheit in der Steiermark ist die „Steirische Klassik" das sind sortentypische Qualitätsweine im traditionell steirischen Ausbau (ohne Barrique) mit vielschichtigen Fruchtaromen.
Weststeiermark
Die Weststeiermark ist die Heimat des Schilcher, eines zwiebelschalen- bis lachsfarbenen Weines, der aus der Blauen Wildbacher gekeltert wird. Diese Traube darf ausschließlich in der Steiermark angebaut werden. Ihre Eigenheit ist die extrem hohe Säure, die man jedoch dank moderner Keller- und Weingartentechnik in den Griff bekommen hat. Schilcher sind heute sehr nuancenreich und voller geschmacklicher Feinheiten. Zu Recht hat er sich deshalb zum Kultwein entwickelt!
Um Herkunft und Qualität garantieren zu können wurde die Qualitätsmarke „Weißes Pferd" eingeführt. Die Steiermark ist auch Heimat der weißen Pferde, der Lippizaner. Sie sind Synonym für die Einzigartigkeit, die Originalität und die Qualität des Schilcher.
Südoststeiermark
Bizarre Klippen prägen die sonst so freundliche Landschaft. Sie rühren von erloschenen Vulkanen, was für den Wein ein Segen ist. Verstärkt durch das kühle Klima erhalten die Weine eine unverkennbare Würze und Aromatik.
Auf Basalt- und vulkanischen Böden sowie Verwitterungsböden und sandigem, schwerem Lehm werden die Hauptsorten Welschriesling, Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Morillon (Chardonnay) angebaut. Besondere Zuneigung genießen Zweigelt und Traminer.
Wien
Der Weinbau in Wien ist so alt wie die Stadt selbst, die ältesten Weingärten stammen nachweislich ab dem Jahr 1132. Die berühmte Wiener Heurigenkultur schuf 1784 Kaiser Josef II., der den Weinbauern erlaubte, Lebensmittel aus eigener Erzeugung gemeinsam mit dem Wein zu verkaufen. Die Weingärten stehen vorwiegend auf Schiefer, Schotter, Lehm und Löss. Hauptsorte ist der Grüne Veltliner, ergänzt von Weißburgunder, Chardonnay und Riesling. Auch Zweigelt und Cabernet Sauvignon werden angeboten.
Das Österreichische Weingesetz
Grundlage des österreichischen Weingesetzes ist das europäische Weinrecht. Österreich hat sich aber strikte Eigenheiten bewahrt in puncto kontrollierte Herkunft, Hektarertragsbeschränkung, Qualitätsstufen und staatliche Qualitätskontrolle. Unterschieden wird generell zwischen drei Qualitätsstufen: Tafelwein, Qualitätswein und Prädikatswein. Ausschlaggebend für die Einreihung in die Kategorien ist der Zuckergehalt des Mostes, ausgedrückt in KMW (Klosterneuburger Mostwaage). 1 KMW sind 5 Öchsle.
Qualitätswein: Herkunft Weinbaugebiet, mindestens 15 Grad KMW, darf aufgebessert werden
Kabinett: Herkunft Weinbaugebiet, mindestens 17 Grad KMW, darf nicht aufgebessert werden
Prädikatswein (Spätlese bis TBA): Herkunft Weinbaugebiet. Der Zusatz von Traubenmost zur Süßung ist nicht zulässig. Ab der Qualitätsstufe "Auslese" handelt es sich um Traubengut mit entsprechen steigendem Antei an überreifen, edelfaulen und eingetrockneten Beeren.
Spätlese: mindestens 19 Grad KMW
Auslese: mindestens 21 Grad KMW
Beerenauslese (BA): mindestens 25 Grad KMW
Eiswein: mindestens 25 Grad KMW. Die Trauben sind bei Lese und Kelterung gefroren.
Strohwein: mindestens 25 Grad KMW. Trauben werden mind. 3 Monate auf Stroh oder Schilf gelagert und luftgetrocknet
Ausbruch: mindestens 27 Grad KMW
Trockenbeerenauslese (TBA): mindestens 30 Grad KMW
